Im wunderschönen Marienbad, mitten im Herzen Europas, hat das älteste Symphonieorchester der tschechischen Republik - das Westböhmische Symponieorchester (WSO) - seinen Sitz.
Seine Geschichte ist eng mit dem Aufstieg Marienbads als Kurort verbunden. Seit dem Gründungsjahr 1821 hat dieses beständige Musik-ensemble vielfache Änderungen erfahren. Musiker und viele Dirigenten brachten Neuerungen mit sich. Die letzte Veränderung fand im Jahre 2001 statt; das WSO ist zu einer gemeinnützigen Gesellschaft unter Trägerschaft der Stadt Marienbad geworden.
Der ganzjährige Orchesterbetrieb besteht aus Abonnement-Symphoniekonzerten, aus regelmäßigen Konzerten in der Kollonade während der Sommerkursaison und Konzerten außerhalb Marienbads in Städten des Kreises Karlsbad und im benachbar-ten Deutschland. Traditionell pflegt das WSO auch die Zusammenarbeit mit einigen Musikhochschulen wie Prag, Weimar, Nürnberg und Zürich in Form von Dirigenten-kursen. Besonderen Wert legt das Orchester auch auf Aufführungen für Schulen sowie Konzerte für Kinder und Eltern.
Mit dem WSO musizieren regelmäßig bekannte tschechische und ausländische Solisten und Chöre. In 50-jähriger Tradition ist das Orchester mit dem renommierten F.-Chopin-Festival eng verbunden.
Chefdirigent:
Seit dem Jahr 2011 führt Chefdirigent Martin Peschík das Marienbader Symphonieorchester.
Kontakt:
Západočeský symfonický orchestr Mariánské Lázně
Hlavní 47 (dům Chopin)
353 01 Mariánské Lázně
tel.: +420 354 622 141
e-mail: zso@zso.cz
Weitere Informationen: www.zso.cz
Die Geschichte und Gegenwart des ältesten Symphonieorchesters in Böhmen
Aktivitäten
Symphonische Konzerte
Symphonische Musik begleitet die Marienbader Symphoniker schon seit der Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Repertoire des heutigen 56 Mitglieder-Orchesters spielt alles von Barockmusik bis zur gegenwärtiger Musik, meistens spielt das Orchester klassische und romantische Musikstücke. Als Solisten spielen im Orchester nicht nur die besten tschechischen und ausländischen Künstler, sondern auch die junge talentierte Generation mit. Das Orchester lädt auch renommierte Gastdirigenten ein.
Opernkonzerte
Das Orchester gibt regelmäßig nicht nur symphonische, sondern auch Opernmusikkonzerte. Es wurde zum Beispiel szenisch Mozarts Entführung aus Serail und Dvořáks Rusalka (Wassernixe) aufgeführt und als Konzert wurde Bizets Carmen gegeben. Es werden oft ausgewählte Stücke aus den einzelnen Opern gespielt und es werden auch thematische Abende und Autorenabende (Puccini, Verdi….) organisiert. Als Gäste lädt man tschechische Opernstars und auch junge Sängertalente ein.
Operettenkonzerte
Die Operettenmelodien sind bei den Gästen sehr beliebt und sie werden sehr gerne gehört. Ähnlich wie auch bei den Opernkonzerten werden auch hier thematische Abende und Autorenabende organisiert und auch hier arbeitet das Orchester mit den tschechischen Operettenstars zusammen. Das Orchester bleibt treu diesen Komponisten: J. Offenbach, F. Lehár, E. Kalman und einem bedeutendem Gast von Marienbad J. Strauss d. Jüngere.
Populäre Konzerte und Promenadenkonzerte
Eine Unterhaltungsmusik von Qualität gehört zu einer Kurstadt und die leichte Muse begleitet dieses Orchester schon seit seiner Gründung. Die Unterhaltungsmusik lässt das Orchester in den Sommermonaten auf der Kolonnade und im Laufe des ganzen Jahres erklingen und sie wird regelmäßig in das Programm der Abend konzerte einbezogen.. Die Promenadenkonzerte werden von Ende Mai bis Hälfte September gespielt, 3x – 5x wöchentlich während der Trinkkuren am Nachmittag zwischen 16:00 und 17:00 Uhr. Im Rahmen der Musikalischen Produktion des mit 36 Mitgliedern besetzten Orchesters erklingt ein Vorspiel, ein großer Walzer, ein Potpourri oder Suite, ein Marsch und einige kleinere Musikstücke. Das Orchester hat ein Stammrepertoire von 20 festen Programmen und je nach Bedarf fügt es flexibel neue dazu. Bei den Abendkonzerten sind orchestrale Werke sehr beliebt, oft werden sie zu thematischen Blöcken oder Autorenblöcken zusammengestellt.
Internationale Dirigentenkurse
In den 90. Jahren des vorigen Jahrhunderts begann das Orchester an der Veranstaltung von Internationalen Dirigentenkursen zusammenzuarbeiten. Heutzutage arbeitet das Orchester mit einigen renommierten Musikhochschulen zusammen (Musikhochschule für Musik Weimar, Hochschule für Musik Zürich, Hochschule in Nürnberg, AMU Prag) und in dieser Richtung knüpft es auch weitere Kontakte an.
Konzerte für Kinder und Jugendliche
Neben symphonischen, Unterhaltungs-, Opern-, Operetten- und Promenadenkonzerten gibt es auch Konzerte für Kinder und Jugendliche. Die Konzerte werden mit dem Lehrstoff von Grund- und Mittelschulen verbunden. Die Schüler lernen bei diesen Konzerten Musikinstrumente, musikalische Formen, bekannte Persönlichkeiten des Musiklebens und einzelne Musikepochen und Musikgenres kennen. Gleichzeitig lernen sie auch, wie man sich bei gesellschaftlichen Veranstaltungen benimmt. Die Kinder lernen der Musik zuzuhören und erkennen die Mittel, mit deren Hilfe sich diese Kunst ausdrückt. Zwischen einzelne Musikstücke wird begleitendes Wort eingefügt und die Kinder ergänzen aktiv das Programm. Als Solisten treten bei diesen Konzerten die besten Schüler der ZUŠ F. Chopin Marienbad (Musikgrundschule von F. Chopin in Marienbad) auf.

Veranstaltungsplätze der Konzerte
Gesellschaftshaus Casino
Im Sommer des Jahres 1900 wurde das neue repräsentative Kurhaus zu Ende gebaut. Es wurde Cursaal (heute Gesellschaftshaus Casino) genannt. Der Architekt Schaffer platzierte es in die unmittelbare Nähe des Neuen Bads. Für das neue Kurhaus benutzte er zum Teil den Raum, wo das ursprüngliche Kurhaus stand. Es befand sich ungefähr auf demselben Platz seit dem Jahre 1858. Die großzügigen Räume des Cursaals wurden zu verschiedensten Veranstaltungen genutzt und es wurden hier auch Kammer- und symphonische Konzerte aufgeführt. In der Hälfte Juni 1900 wurde der große Konzertsaal feierlich eröffnet. Das Marienbader Orchester konzertierte hier wahrscheinlich zum ersten Mal am 15. Juni 1900. Das noble Milieu und die unnachahmliche Akustik des großen Saals werden zu Repräsentationszwecken, Konzerten und zum Aufnehmen von CDs bis heute genutzt.
Kapazität des Saales: 400 – 440 Plätze
Preise für die Eintrittskarten: 270 – 360 CZK
Stadttheater
Im Herbst des Jahres 1865 wurde der Grundstein des Stadttheaters gelegt. Den Bau im griechischen Stil entwarf und verwirklichte Friedrich Zickler. Es ging um ein sehr kompliziertes Projekt, weil das Theater an der Stelle geplant war war, wo ein Teich wegen der Erosionstätigkeit von einem kleinen Bach entstand. Der Teich wurde angeblich zum Schwemmen von Pferden benutzt. Bei der Grundsteinlegung des Stadttheaters musste man tief unter das Wasser gehen, damit das Gebäude auf festem Boden stehen konnte. Im Kriegsjahr 1866 wurden alle Arbeiten unterbrochen. Erst im nächsten Jahr fing man wieder mit dem Bau an, zum Direktor des Theaters wurde damals Carl Moser ernannt. Im August 1868 wurde das Theater feierlich mit der Operette von Offenbach "Schöne Helene" eröffnet. Im 20. Jahrhundert wurde das Theater mehrmals renoviert und rekonstruiert. In der Konzertsaison 1999 – 2000 hat sich das Orchester hier seinen festen Stützpunkt gemacht. Es macht hier regelmäßig Proben und gibt hier vor allem in der Wintersaison Konzerte.
Kapazität des Theaters: 354 Sitzplätze
Preise für Eintrittskarten: 135 – 360 CZK
Musikdirektoren
| Jahre | Name |
| Kol. 1814/15 -- 1817 | Wenzel Voigt |
| 1818 -- 1820 | Karl Beer |
| 1821 -- 1842 | Josef Schurwonn*** |
| 1843 -- 1881 | Theodor Krüttner |
| 1882 -- 1895 | Michael Zimmermann |
| 1896 -- 1915 | Adalbert Schreyer |
| 1916 -- 1921 | Ferdinand Hellmesberger |
| 1922 -- 1934 | Louis Kunz |
| 1935 -- 1945 | Paul Engler |
| 1945 -- 1947 | Josef Vyskočil |
| 1946 -- 1948 | René Kubínský |
| 1948 -- 1953 | Josef Svoboda |
| 1954 -- 1955 | Stanislav Parýzek |
| 1955 -- 1972 | Jaroslav Soukup |
| 1956 -- 1980 | Miroslav Bervíd |
| 1973 -- 1980 | Jan Šefl |
| 1980 -- 1982 | Jiří Malát |
| 1980 -- 1981 | Antonín Kühnel |
| 1982 -- 1989 | Jan Chlebníček |
| 1982 -- 1987 | Stanislav Bogunia |
| 1988 -- 1992 | Miroslav Janíček |
| 1989 -- 1991 | Jan Snítil |
| 1991 -- 1997 | Radomil Eliška |
| 1991 -- 1998 | Rostislav Hališka |
| 1995 -- 1996 | Karel Mládek |
| 1998 – 2001 | František Drs |
| 2004 – dosud | Michael Roháč |
*** počátek oficiální činnosti
