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Wappenkunde - das Wappen von Marienbad

Das Wappen entstand anlässlich der Ernennung von Marienbad zur Stadt am 29. Mai 1865. Man kann es über dem Eingang des Rathauses betrachten. Über den Fenstersimsen des 2. Stocks des Rathauses kann man gleich 53 Stadtwappen entdecken. Die Stadt war unsagbar stolz auf ihr Statut, welches sie vom Kloster Teplá, der einstigen administrativen Obrigkeit, erkämpfen konnte.

Was ist auf dem Stadtwappen zu sehen? Im oberen linken Teil befindet sich auf goldenem Hintergrund eine Madonna, eingehüllt in einen blauen Mantel. Auf der rechten Hand trägt sie ein Kind. Über beiden Köpfen ist ein Heiligenschein zu sehen. Im oberen rechten Teil entdeckt man einen silberfarbenen Rundpavillon mit einer roten Kuppel und einem patriarchalischen Kreuz. Das Doppelkreuz als erzbischöfliches Symbol steht im Zusammenhang mit dem Gründer des Prämonstratenser Ordens, dem Erzbischof hl. Norbert, welchem das Kloster in Teplá gehört hat. Das Kreuz ist der einzige Hinweis auf das Kloster Teplá, einst administrative Obrigkeit und Begründer des Kurorts. Die Stadt hat keine weiteren Symbole des Klosters verwendet, nicht mal die Geweihe von Hroznatov.

Im unteren großen Teil steht ein silberfarbener runder Steinbrunnen auf einem grünen Boden. Um den Brunnen windet sich die Schlange von Äskulap. Zu beiden Seiten des Brunnens steht jeweils eine grüne Tanne. Die Darstellung im oberen linken Teil erinnert an die Benennung der Stadt nach der Madonna – so geschehen im Jahr 1808. Die Anbetung der Jungfrau Maria wurde vom Kloster Teplá übernommen. Auf dem ursprünglichen Stadtwappen ist eine Madonna mit einem Kind auf der rechten Hand dargestellt und erst auf späteren Wappen ist das Jesuskind irrtümlicherweise auf die linke Hand der Madonna umgezeichnet worden. Im oberen rechten Teil ist der Kreuzquellenpavillon – das eigentliche Wahrzeichen von Marienbad – dargestellt. Auch bei der Restaurierung in den Jahren 1911-1912 wurde die ursprüngliche Form aus dem Jahr 1818 respektiert. Die Abbildung auf dem unteren Teil steht für den Reichtum von Marienbad: die Mineralquellen mit ihren Heilkräften, welche durch die Schlange von Äskulap, dem Wahrzeichen der Heilkunde verkörpert werden sowie den natürlichen Waldreichtum in der Umgebung. Besonders das dritte Symbol ist heute besonders aktuell.

Auf den Stadtfahnen verwendete die Stadt auf drei Bahnen die Farben gelb, blau und weiß sowie für Reklamezwecke geeignete und geschützte Symbole und Embleme. In Teplice in Böhmen wurde traditionell das alte Wappen mit dem Haupt des hl. Jan auf dem Teller benutzt. Das alte Stadtwappen von Karlsbad wurde verhältnismäßig wenig verwendet und zum Emblem wurde überraschenderweise die Gämse, deren Skulptur auf dem Hirschsprung steht. Marienbad hat als geschütztes Symbol den Kreuzquellenpavillon verwendet. An einigen historischen Gebäuden ist das Symbol mit den drei Hirschgeweihen zu finden, welches ein Beweis für die frühere Zugehörigkeit zum Kloster Teplá ist. Dieses Symbol hat das Kloster bei Gründung im Jahr 1193 von seinem Begründer Hroznatov übernommen. Auch auf den alten braunen Krügen, in denen das Mineralwasser transportiert wurde, ist immer dieses Symbol zu sehen, denn auch die Abfüllung des Mineralwassers erfolgte durch das Kloster Teplá.

Entnommen aus dem Buch: Křížek, V., Švandrlík, R.: 106 x Marienbad oder Erzählungen über eine Stadt, die in einhundert Jahren Weltruhm erlangen konnte.

Eine Reihe interessanter Informationen über die Geschichte von Marienbad und Umgebung findet man auf den Internetseiten von Ing. Richard Švandrlík – Hamelik unter www.hamelika.cz