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Berühmte Besucher

Albert Schweitzer (1875 - 1965)

Ein weltberühmter Arzt, Philosoph und Humanist. Träger des Friedennobelpreises, Gegner der Kernwaffen. Ursprünglich Doktor der Philosophie und Dozent der Theologie auf der Straßburger Universität. Er gründete und in den Jahren 1912 – 1965 führte die berühmten Krankenhäuser im afrikanischen Lambaré (heutzutage Gabon). Für die Sicherstellung ihres Betriebs unternahm er Vortrags- und Konzerttourneen durch die ganze Welt. Bei einem von diesen Tourneen besuchte er auch Marienbad, wo er am 17. Januar 1923 bei großem Interesse der Öffentlichkeit ein Orgelkonzert in der Evangelischen Kirche veranstaltete. Er wohnte in Ušovice-Stadtteil im Haus Nr. 162 Biarritz (in der Zeyer Strasse Nr. 1).

Antonín Dvořák (1841 - 1904)

Ein tschechischer Musikkomponist, Mitbegründer neuzeitiger tschechischer Nationalmusik. Zuerst wirkte er als Orgelspieler, Bratschenspieler und als Musiklehrer, später als Komponist und Konservatoriumsdirektor in Prag und in New York. Sein Freund J. Brahms erkannte sein Talent und unterstützte ihn in seinen Anfängen. Er wirkte erfolgreich in den USA und in Großbritannien, er bekam viele ausländische Auszeichnungen. Er war Autor der Opern Die Jakobiner, Teufelskäthe, Rusalka, des Zyklus Slawische Tänze usw. Marienbad kam er sich im August 1875 unterwegs aus Karlsbad zum Schloss Sychrov in Nordböhmen anschauen.

Edward VII. (1841 – 1910)

Herrscher vom Vereinigten Königreiche Großbritannien und Irland in den Jahren 1901 – 1910. Sohn der Königin Viktoria. Als langjähriger Nachfolger des Thrones reiste er oft durch die Welt, oft im Interesse der Auslandspolitik seines Landes. Zu seiner Zeit war Großbritannien die führende wirtschaftliche und koloniale Weltmacht, die diplomatisch und auch militärisch ihre Macht in allen anderen Weltteilen durchsetze. Zu Edwards Regierungszeit  verließ Großbritannien die traditionelle Politik "der Splendid Isolation" und näherte sich Japan, Frankreich und Russland an. Deswegen gehörte es am Vorabend des 1. Weltkriegs zu den Mächten der späteren Entete cordiale ein. Marienbad besuchte Edwar neunmal als "Lord Renfrew" oder als Erzherzog von Lancaster, aber sein Inkognito war hier bekannt. Er kam immer im August und war im Hotel Klinger/Haus Nr. 36 (im 1897, heute zerstört) oder im Hotel Stadt Weimar/Kavkaz Haus Nr. 9 auf dem Goetheplatz (im Jahre 1899 und 1903 – 1909) untergebracht. Im Jahre 1904 traf er sich hier mit dem österreichischen Kaiser Franz Josef I., im Jahre 1907 verhandelte er hier mit dem russischen Auslandsminister Izvolsky und mit dem französischen Premier Clemenceau, im Jahre 1908 mit dem bulgarischen Fürsten Ferdinand.

Ema Destinová (Emilie Pavlína Kittlová, 1878 – 1930)

Eine hervorragende tschechische Opersängerin – Sopranistin. Mitglied der Hofoper in Berlin und Metropolitanoper in New York, Ehrenmitglied vom Nationaltheater in Prag. Sie trat auf unter anderem in Bayreuth, Paris, London, Washington, Chicago, San Francisco usw. in den Opern von Smetana, Weber, Wagner, Verdi, Puccini, R. Strauss und weiteren. Nach dem Triumph im Londoner Cover Garden (mit Enrico Caruso im Leoncavllos Pagliacci) trat sie am 3. August in Marienbad mit dem deutschen Pianisten Arthur Hochmann auf einem Konzert im Gesellschaftshaus Casino (damals Kursaal) beim Neuen Bad auf.

Franz Josef I. (1830 – 1916)

Der vorletzte österreichische Kaiser. In der Zeit seiner langen Regierung (1848 – 1916) veränderte sich Habsburger  Donaumonarchie zu einer Konstitutionsmonarchie, teilweise zur Föderation (Österreich-Ungarn, seit dem Jahre 1867.) Aus dem feudalen Staat entwickelte sich ein industriell-landwirtschaftlicher Staat. Die erfolglosen Kriege gegen Frankreich (1859) und gegen Preußen (1866) bedeuteten den Verlust des Einflusses in Italien und Deutschland, der durch die imperialistische Politik auf dem Balkan kompensiert wurde. Die Ambitionen zu einer Weltmacht zu werden und das Bündnis mit dem deutschen Reich trieben die Monarchie in den 1.Weltkrieg. Der brachte ihren Untergang unter anderem wegen der Unwilligkeit zur Durchführung einer radikalen inneren Reform, die zur breiteren Autonomie der beherrschten Völker führen würde. Nach dem Krach der Wiener Börse (1873) und einer kurzen Wirtschaftlichen Depression begann die Periode der inneren Konsolidation und Prosperität, die bis zum 1. Weltkrieg dauerte. Diese "belle epoque" brachte Konjunktur und Aufschwung auch nach Marienbad, das Franz Josef I. im Jahre 1865 zur Stadt ernannte. Der Kaiser besuchte Marienbad zweimal: Zum ersten Mal am 5. September 1847 als 17jähriger Erzherzog mit den jüngeren Brüdern Ferdinand Maximilian (später Kaiser von Mexiko) und Karl Ludwig. Damals wurden sie mit ihrer Begleitung im Hotel Klinger Nr. 36 (zerstört – Areal Arnika) untergebracht. Zum zweiten Mal war der Kaiser am 16. August 1904  in Marienbad zu Besuch, er traf sich hier mit dem englischen König Edward VII. Er war in der Villa Nr. 33 (Luginsland, heutzutage Lil in der Englischen Strasse) untergebracht und am 17.8. fuhr er nach Karlsbad ab.

Franz Kafka (1883 – 1924)

Der bedeutendste deutsch schreibende jüdische Prager Schriftsteller. Jurist, Angestellter bei Versicherungsgesellschaften, später pensioniert. Er starb an Tuberkulose. Seine Hauptromane - Traumvisionen von sensiblen Individuen  konfrontierten mit der absurden Maschinerie der modernen Zivilisation wurden erst in den 40. Jahren des 20. Jahrhunderts herausgegeben und sicherten ihm Nachruhm und Anerkennung. In Marienbad verbrachte er seit 4. Juli 1916 10 Tage, meistens in der Gesellschaft von seiner Freundin Felice Bauer, mit der er sich zweimal verlobte und wieder trennte. Er war im Hotel Balmoral (Haus Nr. 390 hinter dem Stadttheater) untergebracht und besuchte das Tal bei der Waldquelle.

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900)

Deutscher irrationalistischer Philozofe. Pädagogisch wirkte er als Philologe und Philosoph in Deutschland und in der Schweiz. Er war stark beeinflusst durch die Philosophie von A. Schopenhauer und durch die Musik von R. Wagner. Seine langjährigen Krankheitsprobleme erreichten ihren Höhepunkt in einer Geisteskrankheit am Ende seines Lebens. Nach der Heiltherapie im Frühling in Venedig heilte er sich im Sommer 1880 in Mariebad. Hier war er vom 6.7. mindestens bis zum 23.8.1880, er war in Ušovice-Stadtteil im Haus Erimitage untergebracht. In diesem Haus wurde er am 19.7.1880 zum Zeugen einer Polizeirazzia gegen eine Gruppe von Falschmünzern, zu denen auch der Mieter des Hauses Franz Maneth, sein Quartiermeister, gehörte.

Gustav Mahler (1860 – 1911)

Ein österreichischer Musikkomponist und Dirigent. Geboren in Böhmen. Schüler des Komponisten A. Bruckner. Er wirkte in Stadttheatern in Prag, Leipzig und Hamburg. Er war zuerst Direktor von der Königlichen Oper in Budapest und  danach Direktor der Wiener Oper. Er gastierte in den USA. Er arbeitete mit den vorderen Musikinterpreten seiner Zeit zusammen, unter anderem mit Ema Destinnova. Er komponierte eine Reihe von Symphonien, propagierte tschechische Musik auch im Ausland. In Marienbad hielt er sich vom 28. Juli 1889 im Haus Nr. 52 (Englischer Hof/Sofia in der Hauptstrasse) auf.

Henrik Ibsen (1828 – 1906)

Weltberühmter norwegischer Dramatiker. Gründer des psychologisch-realistischen Dramas. Er war allmählich Dramaturg, Regisseur und Direktor vom Theater in Bergen und in Oslo. Unzufrieden mit den Verhältnissen in der Heimat lebte er in den Jahren 1864 – 1892 im freiwilligen Exil in Italien und in Deutschland. Dort schrieb er seine wertvollsten Spiele, die verschiedene Erscheinungen der gesellschaftlichen Heuchelei, Ungerechtigkeit und der falschen Moral kritisierten (Dramen Peer Gynt, Stützen der Gesellschaft, Nora oder ein Puppenheim, Ein Volksfeind, Die Wildente, Hedda Gabler u. a.). Er beeinflusste eine Reihe von Weltdramatikern. In Marienbad sollte er im Jahre 1899 gewesen sein, doch von seinem Aufenthalt hier ist nicht Näheres bekannt. Seinen Namen trägt eine Strasse in der Nähe der Kreuzquelle.

Johan Strauss (1825 – 189)

Ein populärer österreichischer Musikkomponist, "derWalzerkönig ".  Sohn des gleichnamigen Musikkomponisten und Kapellmeisters. Autor von fast 500 Opus – Tanz und Konzertmusik – einer Oper und 16 Operetten. Seit dem Alter von 19 Jahren führte er sein eigenes Orchester, mit dem er Welterfolge erzielte. Sein Schaffen schätzte Brahms, Rubinstein, Verdi, Wagner. In Marienbad war er mit seiner Familie im Jahre 1890 (im Haus Nr. 123 Hotel Casino/Pelnář) und 1891 (im Haus Nr.124 Villa Něva/Vesna – beide Häuser befinden sich in der Russischen Strasse). Nach der Nachricht von seinem Tod ehrte ihn und sein Schaffen das hiesige Theater mit dem Aufführen der Operette Fledermaus am 8.6.1899.

Johannes Urzidil (1896 - 1970)

Ein Prager Schriftsteller und Publizist deutscher Nationalität. Nach dem Germanistikstudium, Slawistikstudium und Studium der Kunstgeschichte wirkte er in den Jahren 1922 - 1933 als Pressebeirat der deutschen Gesandtschaft in Prag. Er pflegte Umgang mit prominenten tschechischen und deutschen Schriftstellern und Malern. Mit seinen Rezensionen und Übersetzungen  trug er aktiv zum gegenseitigen Kennen lernen durch die Vermittlung deutscher Kultur den Tschechen und tschechischer Kultur den Deutschen bei. Er ist unter anderem Autor der Bücher über den Graveur Wenzeslaus Hollar und über Goethe in Böhmen und auch Autor von Essay Da geht Kafka. Im Jahre 1939 emigrierte er vor dem Nazismus, nach Böhmen kam er nicht mehr zurück Im Exil schrieb er einige Erzählungsbücher mit Prager Motiven. In Marienbad suchte er im Winter 1923 – 1924 Maxim Gorki auf und im Mai 1932 hielt er hier seine Rede anlässlich der Enthüllung von Goethes Denkmal.

Josefine Gallmeyer (1838 – 1884)

Wiener Oper-Subbrette, in den 60. und 70. Jahren des 19. Jahrhunderts sehr populär. Sie stammte aus einer Schauspielerfamilie. Sie exzellierte besonders in Komödien von J.N.Nestroy und in Wiener inszenierten Operetten von J. Offenbach und F. von Suppé. Sie war eine temperamentvolle Darstellerin von Volksheldinen, die mit Wiener Dialekt sprachen. Kurz Schauspielerpartnerin von A. Girardi. Im persönlichen Leben unglücklich, sie starb in Armut. Marienbad besuchte sie im Jahre 1874 (untergebracht im Haus Nr. 78 Stadt Frankfurt/Romania in der Russischen Strasse) und 1875 (sie wohnte im Haus Nr. 101 Delphin/Europa in der Třebízský Strasse.) Sie befreundete sich mit der Leitung und den Schauspielern des hiesigen Theaters, wo sie wohltätige Vorstellungen für die niedergebrannte Stadt Falkenau (1874) und für das betroffene Budapest organisierte. In der Umgebung besuchte sie Sangerberg und Schlaggenwald.

Karl Gustav Svensson (1861 – 1910)

Ein bedeutender schwedischer Gartenarchitekt. Die erste Ausbildung im Fachgebiet bekam er von seinem Vater, dem Gartenarchitekten A.G. Svensson. Er studierte Gartenarchitektur in Schweden und Deutschland. Er wirkte in Würzburg und in Zürich, er entwarf viele Privatgärten und Parks in Schweden und im Ausland. Vom Jahre 1887 bis 1888 führte er die Neugestaltungen von Parkanlagen  in Wien, wo er zu den meist aufgesuchten Spezialisten zählte. Im Jahre 1901 wurde er nach Marienbad zum Durchführen der Parkrekonstruktion bestellt. Er realisierte die Bearbeitungen entlang der Hauptstrasse, in der Umgebung vom Lil und von der heutigen Anglická Strasse, bei dem unteren Krankenhaus und entlang des Ušovice-Bach in Richtung Ferdinandquelle. Er entwarf die Parkausschmückung für die Umgebung des Hotels Krakonoš (Rüberzahl). Im historischen Teil der Parks beschränkte er seine Tätigkeit nur auf die nötigsten Arbeiten und er respektierte das ursprüngliche Konzept des genialen Schaffers Václav Skalník. Er wirkte in Marienbad bis zum Jahre 1904.

Mark Twain (Samuel Langhorne Clemens, 1835 – 1910)

Amerikanischer Schriftsteller, er schrieb Erzählungen, Romane und Reiseberichte. Humorist, Satiriker und kritischer Realist. Unter anderem Autor der Bücher Die Abenteuer Tom Sawyers, Goldenes Zeitalter, Prinz und Bettelknabe. Er beeinflusste bedeutend die moderne amerikanische Prosa. In der Jugend wechselte er eine Menge von Berufen (Drucker, Prospektor,  Bootführer, Journalist und weitere) und er reiste durch die Vereinigten Staaten und lernte sie gründlich kennen. Er besuchte wiederholt Europa, er unternahm eine Vortragsreise um die Welt. Er kritisierte scharf koloniale Praktiken und Korruption im öffentlichen Leben. Im Jahre 1891 besuchte er mit seiner Familie Marienbad, das er im Reisebericht in der Aufzeichnung als "Österreichische Gesundheitsfabrik", beschrieb (gedruckt im Jahre 1892 in der Britischen Zeitung The London Illustrated News). Er wohnte hier im Haus Nr. 5 Englischer Hof/Sofie in der Hauptstrasse.

Sigmund Freud (1856 - 1939)

Ein ausgezeichneter Österreichischer Neurologe und Psychiater jüdischer Herkunft. Geboren in Freiberg (Mähren). Er beschäftigte sich mit dem Studium von Drogenwirkungen, Hysterie und Neurose, er verarbeite Methoden der Psychoanalyse. Er definierte die Begriffe Unterbewusstsein, er charakterisierte die Erscheinungsformen der kindlichen Sexualität, er beschrieb die Struktur der menschlichen Psyche und Persönlichkeit. Er interpretierte Träume und Neurose als Ausdruck unterdrückter sexologischer Bedürfnisse und Traumen. Im Jahre 1910 gründete er die Internationale psychoanalytische Gesellschaft. In Marienbad wohne er im Juli 1913 mit seiner Frau, Tochter und Schwiegermutter im Haus Nr. 370 (Villa Turba, heutzutage Stadtbibliothek).

Thomas Alva Edison (1847 – 1931)

Ein genialer amerikanischer Erfinder und Unternehmer. Ein phänomenaler technischer Konstrukteur und Erfinder im Bereich der Nutzung von Elektrizität. Er meldete um die 1300 Patente und Erfindungen von sich selbst und von seinem Mitarbeiterteam an. Er erfand das Fonograf (1877), das Mikrofon (1878), die Glühbirne (1879), die Elektrolokomotive (1880), das Dynamo (1801), die Sicherung (1885), den Akkumulator (1900), das Elektromobil (1902) oder den Helikopter (1908.) Der "Prometheus der modernen Zeit" besuchte Marienbad im September 1911 mit seiner zweiten Ehefrau und mit seinen drei Kindern auf dem Weg aus Prag nach Nürnberg. Er wohne damals im neuen Hotel Esplanade (Haus Nr. 434 im der Karlsbader Strasse).

Václav Beneš Třebízský (1849 – 1884)

Ein tschechischer katholischer Priester und vaterlandsliebender Schriftsteller. Er wirkte als Katechet in Mittelböhmen. Ein populärer Autor von elegischen Erzählungen und Romanen aus der tschechischen Nationalgeschichte. In Marienbad kurte er seit 5. August 1873, wo er als Student im Altem Heilbad wohnte (heute umgebaut) und dann wieder seit 3. Juni 1884 - er wohnte zuerst im Hotel Rudolfshof (heute Hauptpost, Haus Nr. 160) und dann in der Pension Stadt Moskau (Haus Nr. 118, heute Třebízský), wo er am 20.6.1884 an Tuberkulose starb. Er befreundete sich hier mit dem bedeutenden Journalisten Gustav Eim und schrieb hier seine letzte Erzählung "Ušlapán"(„Totgetreten“), der in der Zeitschrift Lumír abgedruckt wurde. Das Sterbenshaus Nr. 118 trägt seinen Namen und eine Gedenktafel genauso wie die Strasse und das Denkmal bei der Waldquelle.




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