Nepomuk Felbinger
(26.2.1768 – 8.3.1855)
Der erste Chronist von Marienbad war pensionierter Buchhalter vom Tepler Kloster Johann Nepomuk Felbinger. In den Jahren 1816 – 1817 baute er sich hier das erste zweistöckige gemauerte Haus. Persönlich erlebte er die Verwandlung des ungastlichen Tals in eine gemütliche Kurstadt und nach den Notizen, die er sich machte, schrieb er in den Jahren 1835 - 1855 seine eigene Chronik des Kurortes. Ihre Retrospektivität fasst bis zum Jahre 1786 zurück, die Chronik ist bis heute eine einzigartige Quelle zur Erkennung der Anfänge der Stadtgeschichte. Felbinger illustrierte sie selbst, dabei malte er eine Reihe von Bauten, die später verfielen oder grundsätzlich umgebaut worden sind, also ist seine Chronik für die Geschichte der Stadt auch eine bedeutende ikongraphische Quelle.
MUDr. August Lorenz Herzig
(20. 3. 1839 – 25. 9. 1901)
Er war Bürgermeister der Stadt in den Jahren 1873 – 1880 und 1892 – 1899. Zu seiner Amtszeit machte Marienbad eine stürmische Entfaltung durch, zu der er mit vielen Initiativen beitrug.
Als Anerkennung seines Scharfsinnes, Aufopferung und Verdienste wurde ihm im Jahre 1913 im Stadtpark ein Denkmal enthüllt, das im 2. Weltkrieg zerschmelzt wurde. Sein Gestalter war Edmund Klotz aus Wien.
Baumeister Friedrich Zickler
(20. 9. 1829 – 2. 8. 1899)
Er realisierte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Reihe von Bauten, die bis heute das Bild der Stadt ergänzen (Stadttheater, Rathaus, Aussichtsturm, Pavillon der Waldquelle, seine Villa Haus Nr.
Architekt und gebürtiger Marienbader Josef Schaffer
(21. 5. 1862 – 15. 6. 1938)
Er studierte Architektur in Wien und im Jahre 1889 vertraute ihm der Abt Clemenso die Stelle des Architekten, Baumeisters und Direktoren der Klosterkureinrichtungen in Marienbad an. Mit seinem Schwiegervater, dem Baumeister Johann König, realisierte er hier eine Reihe von monumentalen Bauten im Stil der Neurenaissance.
Die Bauten von J. Schaffer:
- Das Gesellschaftshaus Casino aus den Jahren 1898 – 1900, im Hintergrund das Neue Bad
- Das Zentralbad erbaute J. Schaffer in den Jahren 1889 – 1892 auf der Stelle des Alten Heilbads
- Das repräsentativste Gebäude der Stadt, das Neue Bad, realisierte J. Schaffer in den Jahren 1893 – 1895.
- Das Stadtkrankenhaus erbaute J. Schaffer im Jahre 1898
- Den großen Saal im Gesellschaftshaus Casino im Jahre 1900
Václav Skalník
(29. 6. 1776 – 7. 10. 1861)
Ein ausgezeichneter Gartenarchitekt und Parkanlagengestalter in Marienbad. Vom Jahr 1817 führte er hier großzügige Gestaltungen des sumpfigen Geländes durch und zusammen mit dem Abt Reitenberger und dem Arzt Nehr schaffte er die Voraussetzungen für das Erbauen einer Kurstadt.
In der Mitte der Stadt schaffte er einen englischen Park mit einer Fläche von
Das Kloster Tepl ernannte ihn im Jahre 1824 zum Gemeindevorsteher und beauftragte ihn mit der Führung von Bau-, Kultur-, Finanz- und Sozialamt. Er inspizierte auch den Betrieb der Heilbäder und den Versand vom Mineralwasser. Ganze 44 Jahre widmete er sich der Gestaltung der Parks und der Stadt.
Marienbad hält auch heutzutage in seinem Zentrum die Skalník-Konzeption und seinen Gebietsplan ein.
Auch sein Sohn Karel und Enkel Albert setzten die Familientradition als Kunstgärtner fort.
Josef Dyonys Halbmayer
(1813 – 1879)
In den Jahren 1845 – 1848 vertrat er die Funktion des Gemeindevorstehers und in dem Zeitraum 1861 – 1861 und 1867- 1813 war er Bürgermeister der Stadt.
Ein erfolgreicher Unternehmer ursprünglich aus dem bayerischen München, Schwiegersohn eines reichen Hoteliers Albert Klinger und der Eigentümer der größten Hotels in der Stadt: Starý Klinger (Altes Klinger) (Haus Nr.36), Nový Klinger (Neues Klinger) (Haus Nr.33), Halbmayr-Haus (Haus Nr. 32, früher "Rozkvìt", heutzutage "Mondorf"), die er großzügig umbauen ließ.
Um das Jahr 1871 ließ er neue Hotels erbauen - das Hotel Luisendorf (Haus Nr.
Er war ein großzügiger Mäzen und Vorsitzender und auch Ehrenmitglied von mehreren Gesellschaften und Verbänden. Zu seiner Amtszeit bekam Marienbad das gemauerte Theater, die Kolonnade der Waldquelle und im Jahre 1872 den Bahnhof, der die Bahnverbindung über Eger mit Deutschland und über Pilsen mit Wien herstellte, was wichtig für weiteren Zufluss der Kurgäste war.
Die Bebauung erweiterte sich unter anderem auch um Teile der Englischen und der Russischen Strassen.
Der Familie gehörte unter anderem auch eine Dampfmühle und eine Bäckerei in Pilsen und die Söhne Josef Anton (1846 – 1903) und Maxmilian Franz (1854 – 1903) setzten die Mäzentradition fort und nahmen zugleich auch an der Verwaltung der Stadt teil (unter anderem hatten sie Besitzanteile bei der Stadtsparkasse, die im Jahr 1882 angelegt wurde). Maxmilian F. Halbmayr vermachte im Jahre 1903 der Stadt seine Villa Luginsland (Haus Nr. 332, heutzutage Lil), wo im Jahre 1904 Kaiser Franz Josef I. einlogierte.