Startseite Marienbad

Geomorphologie Umgebung von Mariánske Lázne (Marienbad)

Mariánské Lázně (Marienbad) liegt in dem geschützten Landschaftsbereich vom Slavkovský les (Kaiserwald).

Přírodní památka Moučné pytle

Den geschützten Landschaftsbereich Slavkovský les (Kaiserwald) kann man möglicherweise vergleichen mit einem bergigen Inselgrün, das Ruhe ausstrahlt und bis jetzt eine beinahe unberührte Natur bietet, in einem sich aufdrängenden Meer von Zivilisationsfaktoren. Der Slavkovský les (Kaiserwald) ist auf seinen Höhenpunkten eingegrenzt von drei bedeutenden Kurorten - Karlovými Vary (Karlsbad), Mariánskými Lázněmi (Marienbad) und Františkovými Lázněmi (Franzensbad) und seine Lage zeugt von seiner nicht geringen Bedeutung hinsichtlich Natur als auch der geschichtlichen Grundlage der westlich liegenden Tschechischen Kurorte.

Die Gegend ist ein eigener landschaftlicher Komplex, der steil über die anderen Becken herausragt. Die ganze Gegend hat den Charakter einer Abtragungsfläche mit den höchsten Gipfeln Lesný (Judenhau) (983 m. ü. M.) und Lysina (Glatze) (982 m. ü. M.), die sich in dem westlichen höher gelegenen Teil befinden.

Der zentrale Teil des Kaiserwaldes war in der Vergangenheit durch seinen Reichtum an Zinnvorkommen bekannt. Der Bergbau im Mittelalter und die Verarbeitung von Erzen vernichtete eine Vielzahl der ursprünglichen Buchen- und Tannenwälder, von denen nur eine kleine Anzahl erhalten blieb. Die jetzigen Tannenwaldkomplexe mit Moorsümpfen ergeben zusammen ein Naturwasserreservat, das sich günstig auf die Wasserlage in der Umgebung auswirkt, hauptsächlich auf die Bäder.

Charakteristisch für den südwestlichen Kaiserwald sind stark ausgebreitete Torfmoorgebiete, die den Touristen teilweise durch einen Lehrpfad zugänglich sind. Hauptsächlich auf Kladská (Glatzen) und Smraďoch (Stinker).

Ein eigenartiges Phänomen ist das tief eingeschnittene Tal der Flüsse Ohře (Eger) und Teplá (Tepl), die ein schluchtenartiges Relief bilden und mit hohen Steinwänden umgeben sind. Die am besten ausgeprägten liegen in dem Gebiet von Svatošske skály (Hans-Heilig Felsen). Es gibt eine Sage, die von versteinerten Hochzeitsgästen spricht.

Mineralquellen und Naturreichtum finden wir nicht nur in Bädern, sondern auch bei Spaziergängen in den tiefen Wäldern, oder auf Wiesen, wo sie wie in ursprünglichen Zeiten aus hohlen Baumstämmen entspringen und erschöpfte Spaziergänger zum Erfrischen mit dem Mineralwasser einladen.

Von den Tieren sollten wir den europäischen Hirsch, das Schwarzwild, Rehe, die marderartigen Raubtiere, und natürlich auch die verschiedenen Vogelarten erwähnen. Es lebt hier auch der Birkhahn, regelmäßig nistet hier auch der schwarze Storch oder der große Uhu. In den Wintermonaten kann man mit viel Glück auch die Spuren vom Luchs finden.

Ein interessantes Detail ist auch die westlichste Population von Zieseln. Zu den seltenen und geschützten Pflanzen der Flora gehören die endemischen Pflanzen wie Moorweide, Moorheidelbeere, rundblättriger Sonnentau, Echtes Fettkraut, seltene Serpentin-Milzfarne und selbstverständlich auch die Bergarnika, eine geschützte Heilpflanze, die zum Hauptsymbol des Wahrzeichens des Naturschutzgebietes Kaiserwald wurde.

Durch das ganze Gebiet führen kreuz und quer viele markierte Wanderwege. Sie bringen die Touristen, egal ob im Winter oder Sommer, zu attraktiven Plätzen, die sowohl einen natur- und landschaftsforscherischen, als auch einen historischen Charakter haben. Zu den wichtigsten Denkmälern gehört die Burg und die unter Denkmalschutz stehende Stadt Loket (Ellbogen), Stadt Bečov (Petschau), Schloss Kynžvart (Königswart) – Sitz von Fürst Metternich und das Prämonstratenserkloster in Teplá (Tepl).

Vegetation und Flora

Das floristisch verhältnismäßig bunte Gebiet gehört größtenteils zu oreovytika. Mit bedeutenden Vorkommen von Hochmooren mit Bergkiefern auf Bergebenen, unikaten Pflanzengemeinschaften, Kiefernwäldern auf Felsen mit Ericaherbacea, Fragmenten von Wärme liebenden Felsgruppierungen im eingeschnittenen Ohře (Eger) Tal und anderen stark vertretenen subocean Elementen.

Wälder

Es ist ein ursprüngliches Gebiet des Bergfußes mit sauren Buchenwäldern und Luzulo-Fagetum, Calamagrostio villosae-Fagetum, in der heutigen Zeit meist in Fichtenplantagen verändert. Aus den Bergelementen treffen wir z.B. auf Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum), Rippenfarn (Blechnum spicant), ein bedeutendes Element ist auch das Ajuga pyramidalis.

Přírodní památka Čedičové varhany u Hlinek

Geologie und Geomorphologie

Das Gebiet liegt auf dem Anschluss des Erzgebietes und des Mittelböhmischen Bereichs des Kristalliner Tschechischen Massivs. Die Grenzen sind festgelegt durch den Bruch der die Ausdehnung des Körpers der Amfibolite auszeichnet und weiterer metamorphosierter Vulkanits (Marienbader metamorphosierter Komplex) und der Zone der Einsiedler Serpentine (Mnichovské hadce).

Für die ganze Region ist der Tektonikbruch charakteristisch, der eine Vulkantätigkeit aus der Tertiärzeit ist: Slavkovský les (Kaiserwald) und Krušné hory (Erzgebierge) bilden den höheren Horstteil, der Cheb (Eger), der Sokolov (Falkenau) Becken und die Erosionsrinne in Tachov (Tachau) bilden den tieferen Horstteil.

Es kommen lokale tertiäre Eruptivgesteine direkt im Naturschutzgebiet vor (PR Berg Podhorn (Podhorní vrch bei  Mariánských Lázní (Marienbad), Čedičová skalka (Basaltfelsen), PP u Hlinek, PP Olšová vrata (Espenthor) u Šemnice (Schömitzer Berg). Der Nachlass aus der vulkanischen Tertiärzeit sind die für die Region charakteristische Gasausströmungen (PP Sirňák, PR Smraďoch (Stinker), PP Milhostovické mofety) und das Vorkommen von Termalwasser (bis 73 °C – karlovarské Vřídlo (Karlsbader Springquelle), Mineralien und Sauerbrunnwasser.

In den flachen Scheitelpartien (holorovina-etchplain) mit einer max. Höhe über dem Meeresspiegel von fast 1000 m (Lesný (Judenhau) – 983 m und Lysina (Glatze) – 982 m) sind bedeutende Anbrüche von Humoliten (gefördert wurde Hochmoor- Krásenské rašeliniště).

Gewässer

Die Hauptströmung ist der Fluss Teplá (Tepl), der nordöstlich von Marienbad entspringt (PR Prameniště Teplé, Quellgebiet Tepl).

Zuerst fließt der Fluss nach Südosten, unterhalb der Gemeinde Teplá (Tepl) dreht er zum Norden hin und schrittweise bildet er ein tief eingeschnittenes Tal (PR Údolí Teplé, Tepl Tal). Der Fluss Ohře mündet in Karlovy Vary (Karlsbad), hier sammelt er das Wasser der örtlichen heißen Quellen - daher der Name. An dem Ort des Sprudelns bildet sich Aragonit (Sprudelquelle). Einer der Hauptgründe für den Schutz des Naturschutzgebietes ist die Sammelstelle der Mineralwasser Quellen, die durch die west-tschechischen Kurzentren (Karlovy Vary (Karlsbad) Mariánské Lázně (Marienbad), Lázně Kynžvart (Bad Königswart)) genutzt werden. Hier ist das erklärte Naturschutzgebiet Slavkovský les (Kaiserwald).

Zu dem Naturschutzgebiet gehört auch ein Teil des tief eingeschnittenen Ohře Tals (Eger) zwischen Loket (Ellenbogen) und Karlovy Vary (Karlsbad) (NPP Jan Svatoš – skalní tvary (Hans Heiling – Felsformen) im  Granitgestein des Ortes Loket (Ellenbogen); PP Olšová vrata (Espenthor) –Landzunge znělcov, die schon zum südwestlichen Rand des Doupovské hory (Duppauer Gebirges) gehört.

Klima

Das Naturschutzgebiet gehört größtenteils zum warmgemäßigten Gebiet (durchschnittliche Jahrestemperaturen liegen zwischen 6,5 und 5 °C), die Kulminationspartie gehört jedoch in den klimatischen kaltgemäßigten Bereich.

Der jährliche Gesamtdurchschnitt der Niederschläge auf dem Gebiet des Naturschutzgebietes Slavkovský les (Kaiserwald) bewegt sich größtenteils im Umfang von 600-800 mm, das Lysina (Glatze) Gebirgsland fängt allerdings über 900 mm Niederschläge auf.